Am 01.08. führte die SRL-Regionalgruppe NRW einen Stadtspaziergang durch das Neue Hammfeld und das Gelände der Landesgartenschau 2026 in Neuss durch.
Im Fokus stand die Transformation des Neuen Hammfelds – ein bedeutendes Stadtentwicklungsgebiet in der Region. Mit dem Integrierten Städtebaulichen Entwicklungskonzept (ISEK) verfolgt die Stadt Neuss das Ziel, den bislang durch großflächige Verkehrs- und Gewerbestrukturen geprägten Raum zwischen Innenstadt und Rhein zu einem klimaangepassten, gemischt genutzten und lebendigen Stadtquartier weiterzuentwickeln.
Besonders spannend war zu erleben, wie eng die Gebietsentwicklung mit der Landesgartenschau 2026 verzahnt ist. Die neuen Freiräume schaffen nicht nur eine attraktive Verbindung zwischen Innenstadt, Neuem Hammfeld und Rhein, sondern leisten auch einen nachhaltigen Beitrag zur Stadtentwicklung. Die Landesgartenschau wirkt dabei weit über das Veranstaltungsjahr hinaus: Die hochwertigen Grün- und Aufenthaltsflächen bleiben der Bevölkerung dauerhaft erhalten und schaffen einen echten Mehrwert für Naherholung, Klimaanpassung und Aufenthaltsqualität.
Mindestens genauso beeindruckend war jedoch der Blick auf die soziale Dimension des Projekts. Mit dem Mitmachverein GRÜNES HERZ NEUSS e.V. wurde die Stadtgesellschaft von Beginn an aktiv in die Entwicklung eingebunden. Vereine, Initiativen und Ehrenamtliche gestalten das Programm der Landesgartenschau mit und schaffen damit einen Ort, der nicht erst mit seiner Fertigstellung lebte, sondern bereits während seiner Entwicklung Identifikation und Gemeinschaft entstehen ließ. Die Aufstellung vom Beginn an zeigt eindrucksvoll, wie Beteiligung und bürgerschaftliches Engagement zu einem festen Bestandteil der Stadtentwicklung werden können.
Ebenso bemerkenswert ist die Rolle des Neusser Bürger-Schützenwesens. Das Schützenfest ist weit mehr als eine traditionelle Veranstaltung – es ist ein wichtiger Teil der Neusser Identität und wird bewusst mit der Landesgartenschau verknüpft. Mit Formaten wie dem „Schützenhaus mit Herz“ findet Brauchtum auch langfristig seinen Platz im neuen Bürgerpark. Es entsteht ein öffentlicher Raum, der nicht nur gestalterisch überzeugt, sondern von Beginn an durch Vereine, Traditionen und Begegnungen belebt wird. Damit zeigt Neuss eindrucksvoll, dass nachhaltige Stadtentwicklung nicht allein aus Gebäuden und Freiräumen besteht, sondern vor allem von den Menschen lebt, die diese Orte mit Leben füllen.
Ein herzliches Dankeschön gilt Anne Becker und Helena-Sofie Gerhardt von der Stadt Neuss für die fundierten Einblicke in die Ziele, Planungsprozesse und Herausforderungen des ISEK Neues Hammfeld. Ebenso danken wir Annette Nothnagel von der LAGA GmbH für die spannende Führung über das Gelände der Landesgartenschau und die Erläuterungen zur Entwicklung des Projekts.
Vielen Dank auch an alle Teilnehmenden für den fachlichen Austausch und die anregenden Diskussionen. Der Stadtspaziergang hat eindrucksvoll gezeigt, dass gelungene Stadtentwicklung dort entsteht, wo integrierte Planung, qualitätsvolle Freiräume und eine engagierte Stadtgesellschaft zusammenwirken.

Foto: Olaf Kasper, SRL
